Wenn KI gegen KI antritt, anstatt für Sie zu arbeiten

Wenn KI gegen KI antritt, statt für Sie zu arbeiten
Wir nutzen künstliche Intelligenz täglich, in der Beratung, im Projektgeschäft, selbstverständlich auch für diesen Text. Genau deshalb fällt uns ein Muster auf, das in den letzten Monaten deutlich zugenommen hat.
Von der Fachmeinung zur Materialschlacht
Selbst erlebt: Wir erarbeiten ein Vorgehenskonzept oder eine Fachmeinung, mit Sorgfalt und Abwägung und übermitteln diese nach Qualitätsprüfung. Binnen kurzer Zeit kommt eine mehrseitige Stellungnahme zurück, offensichtlich automatisiert erzeugt. In einer anderen Konstellation beobachten wir, dass zwei Parteien über Tage hinweg unterschiedliche Stellungnahmen austauschen, beide arbeiten mit unterschiedlichen Modellen, die sich jeweils gegenseitig kommentieren und verbessern.
Das ist kein Einzelfall und es gibt sogar schon einen Begriff dafür: Workslop. Gemeint ist KI generierter Inhalt, der auf den ersten Blick nach guter Arbeit aussieht, aber die Substanz vermissen lässt, um eine Aufgabe wirklich voranzubringen. Ausserdem nimmt das Textvolumen so massiv zu. Dies führt im Grunde zu einem Mehraufwand bei den Beteiligten (Menschen), die sich die Mühe nehmen, tatsächlich die Essenz aus einer Stellungnahme zu filtern und konkrete Massnahmen abzuleiten. Zusätzlich schwindet oft Vertrauen gegenüber der Substanz des Inhalts und empfundener Respekt gegenüber der selbst erbrachten Leistung.
Eine KI liefert einen selbstsicheren, gut formulierten Output, man spart sich das Tippen und bestenfalls die Formatierung. Kommen sich zwei KI-Systeme in mehreren Runden gegenseitig in die Quere, eskaliert es. Dazu kommt ein einfacher struktureller Punkt: Eine KI, die zur Prüfung aufgefordert wird, wird kaum je zurückmelden, dass etwas so in Ordnung ist. Ihr fehlt schlicht das Wissen um die betrieblichen Best Practices, an denen sich eine solche Einschätzung festmachen liesse. Das Ergebnis ist eine Verbesserungsschleife ohne natürliches Ende und ein Ressourceneinsatz, der in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht.
Nicht gegen KI, sondern für ihren gezielten Einsatz
KI war und ist noch zuviel Spielzeug und zu wenig Handwerk. Das lässt sich mit reiner Sensibilisierung "mit der Giesskanne" und den Worten «Human in the Loop» und dem schlichten Appell an Mitarbeitende, die Ergebnisse zu sichten, bevor man sie versendet, kaum erreichen. Wirksamer sind gezielte Schulungen je Rolle, kombiniert mit klaren Prozessregeln, etwa ein definierter Prüf-Checkpoint oder eine Sign-off-Pflicht, bevor eine (mehrheitlich) KI-generierte Stellungnahme das Haus verlässt (oder auch bereits die "Mailbox" verlässt!). Das hilft einerseits die Dokumente kürzer zu halten, sich auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren aber vor allen Dingen nicht Ansprüche zu formulieren, die für ein Unternehmen oversized und im Betrieb kostspielig werden können. "Viel hilft viel" ist hier jedenfalls fehl am Platz.
Vielleicht hilft auch, Mitarbeitende in ihrem Stolz zu packen, indem man ihnen klar macht, dass KI Workslop erkannt wird und von den meisten nicht positiv aufgenommen wird...
Wenn Sie wissen möchten, wie das für Ihr Team konkret aussehen kann, sprechen Sie uns an.
